Erst durchatmen, dann telefonieren
Ausgesperrt sein ist Stress, und Stress ist genau die Lage, in der unseriöse Anbieter am meisten verdienen. Die gute Nachricht: Die drei Minuten, die Sie jetzt investieren, sparen häufig dreistellige Beträge.
Zugefallen oder abgeschlossen?
Das ist die wichtigste Frage überhaupt. Eine zugefallene Tür steht nur auf der Falle — sie lässt sich von einem erfahrenen Betrieb in aller Regel beschädigungsfrei öffnen, ohne Bohrer, ohne neuen Zylinder. Eine abgeschlossene Tür ist zusätzlich verriegelt; das ist deutlich aufwendiger.
Wenn Sie die Tür nur hinter sich zugezogen haben, ohne den Schlüssel zweimal zu drehen, ist sie zugefallen. Sagen Sie das am Telefon dazu. Es ändert Aufwand und Preis erheblich — und es schützt Sie davor, dass jemand ohne Not bohrt.
Bevor Sie einen Notdienst rufen
Gehen Sie diese Liste durch, in dieser Reihenfolge:
- Liegt irgendwo ein Zweitschlüssel? Bei Partner, Nachbarn, Eltern, in der Arbeit?
- Bei Mietwohnungen: Hat die Hausverwaltung oder der Vermieter einen Schlüssel? Das ist oft der günstigste Weg, auch abends.
- Ist ein Fenster oder eine Balkontür offen — und kommen Sie gefahrlos hin? Klettern Sie nicht, das endet regelmäßig im Krankenhaus.
- Ist jemand oder etwas in Gefahr? Kleinkind allein in der Wohnung, Herdplatte an, laufendes Wasser? Dann ist das ein Notfall für die 112, nicht für einen Schlüsseldienst.
Versuchen Sie nicht, die Tür selbst zu öffnen. Röntgenbild-Tricks funktionieren bei modernen Türen fast nie, und Schäden an Zarge oder Türblatt kosten ein Vielfaches der Öffnung.
Das Telefonat: drei Sätze, die den Preis festlegen
Wenn Sie anrufen — egal bei wem —, klären Sie diese drei Punkte, bevor Sie zusagen:
- „Was kostet die Öffnung einer zugefallenen Tür bei mir, alles inklusive?" Sie wollen einen Betrag hören, keine Spanne und kein „ab".
- „Sind Anfahrt, Nacht- oder Wochenendzuschlag darin enthalten?" Zuschläge sind der häufigste Nachschlag auf der Rechnung.
- „Spreche ich mit dem ausführenden Betrieb oder mit einer Vermittlung?" Beides ist legitim — verschwiegen zu werden ist es nicht.
Zur Einordnung: Unabhängige Stellen wie ADAC und Verbraucherzentralen nennen für eine einfache Türöffnung werktags etwa 60 bis 170 Euro, nachts und am Wochenende etwa 150 bis 250 Euro. Wer Ihnen am Telefon 39 Euro nennt und vor Ort 400 verlangt, folgt dem klassischen Lockpreis-Muster.
Wenn jemand da ist
Lassen Sie sich den Preis bestätigen, bevor Werkzeug ausgepackt wird. Fragen Sie nach, falls gebohrt werden soll, obwohl die Tür nur zugefallen ist — dafür braucht es einen nachvollziehbaren Grund. Bestehen Sie auf einer Rechnung mit Firmenname, Anschrift und Einzelpositionen. Und zahlen Sie nicht bar unter Druck.
Wird gedroht, etwa mit erneutem Zusperren oder mit dem Behalten von Werkzeug in der Wohnung, ist das Nötigung und damit strafbar. Rufen Sie in dem Fall die 110.